Mooneys in Europa

Stand 01.03.2008  
  Link zum Zulassungsregister Anzahl
Deutschland http://www31.brinkster.com/ 366
Schweiz http://www.bazl.admin.ch/ 63
Österreich http://www.austrocontrol.at/ 5
Dänemark http://dcaa.slv.dk/ 10
Luxemburg http://www.dac.public.lu/ 3
Finnland http://www.ilmailuhallinto.fi/ 0
Frankreich http://www.immat.aviation-civile.gouv.fr 119
Niederlande http://www.newfoundland.nl 8
United Kingdom http://www.landings.com 44
     
Weitere Register: http://www.landings.com  
  http://www.caa.co.uk  

 

Mooney-Zulassungsstatistik
von Bernd Hamacher


Betrachtungen in Zahlen

Wenn Mooney-Besitzer wissen möchten, wie viele Mooney es weltweit noch gibt oder wie viel Mooneys vom gleichen Typ noch fliegen, sieht man sich einer sehr unbefriedigenden Datenlage ausgesetzt. Im Unterschied zum Automobilbau, wo es massenhaft konsolidierte und differenzierte Statistiken gibt, ist die Statistiklage in der Allgemeinen Luftfahrt eher dürftig. Selbst die umtriebige amerikanische Mooney Community hat keine gesicherten Zahlen und Andrew Czernek von der MAPA konnte mir lediglich versichern, er bemühe sich seit Jahren - ohne Erfolg darum.

In Deutschland und Europa ist die Situation nicht viel besser. Seit dem 1. März 1999 ist die Luftfahrtzeugrolle nicht mehr öffentlich und wird deshalb nicht veröffentlicht, während andere Länder wie die Schweiz, Österreich und Großbritannien ihr Register im Internet öffentlich zur Verfügung stellen. Andere Länder wie Frankreich oder Italien sind da wieder zugeknöpfter und stellen diese Informationen jedenfalls nicht öffentlich zur Verfügung. Insofern gibt es nur fragmentarische und kaum gesicherte Daten.

Um aber wenigstens eine zahlenmäßige Vorstellung zu bekommen, habe ich hier den Versuch gemacht, verschiede Datenquellen zusammen zu tragen, um erste Analysen erstellen zu können. Dabei stütze ich mich auf die hier unter "Geschichte" veröffentlichte Produktionsstatistik, auf die genannten Datenquellen im Internet und auf Daten, die mir Fritz Kaiser - ein Mitglied der deutschen Mooney-Community - freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Inwieweit diese Zahlen korrekt sind, kann ich allerdings nicht sagen. Insofern müssen alle Aussagen unter diesem Vorbehalt stehen.

Die Produktionszahlen von Mooney

Betrachtet man die Produktionsstatik von Mooney über die letzten 50 Jahre, dann ergibt sich unmittelbar, welchen Turbulenzen diese Flugzeugfabrik in ihrer Geschichte ausgesetzt war. Zwar entwickelte Al Mooney schon 1946 mit der M18 Mite ein unglaublich leistungsfähiges Flugzeug (123KT Spitze bei 65 HP !!!), aber ein wirtschaftlicher Erfolg wurde dieses Flugzeug nicht. Die Jahresproduktion pendelte in diesen Jahren um die 50 Stück. Erst die M20A konnte Anfang der sechziger Jahre mit Stückzahlen von über 200 pro Jahr Furore machen und legte damit den Grundstein des Erfolges von Mooney. Mit der M20C, der M20E und der M20F wurde Mooney in den sechziger Jahren sehr erfolgreich. Wenn man sich die Produktionszahlen genauer anschaut, sieht man, mit welchen unglaublichen Schwankungen die Produktion dieser Flugzeuge fertig werden musste. So wurden von der M20C im ersten Jahr der Fertigung 326 Flugzeuge hergestellt; die Produktion der M20F schnellte von 1966 auf 1967 von 3 auf 536 Einheiten, um dann in 1968 auf 206 und 1969 auf 68 zu sinken. Mehr noch: Von 1962 bis 1967 erweiterte seine Produktion von einem Typ (M20C) auf 4 Typen (M20C, M20E, M20F und die druckbelüftete M22) und steigerte die Gesamtproduktion von 336 auf 751 Stück - eine gewaltige Management- und Logistikaufgabe!


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Anfang der siebziger Jahre brach dann die Produktion dann aber schlagartig ein und in den Jahren 1972/1973 wurde nicht eine einzige Mooney produziert. Aber auch nach der Wiederaufnahme der Produktion im Jahre 1974 blieben die Produktionszahlen bescheiden und konnten nicht mehr an die Zahlen der sechziger Jahre anknüpfen. Das änderte sich erst mit der von Roy Lopresti verbesserten M20J (201). Dieses Muster wurde sogleich ein Erfolg und ließ die Produktionszahlen von 160 auf 409 Flugzeuge ansteigen. Aber bereits nach 2 Jahren wurde der Erfolg der 201 durch die nachfolgende 231 kannibalisiert. Die Produktion der 201 sank in einem Jahr von 380 auf 137 Stück. Dies wurde zwar durch den Erfolg der 231 zunächst kompensiert, aber bereits 1985 lag dies Gesamtproduktion wieder unter 100 Stück. Abgesehen von einem kurzen Aufschwung zu Beginn der neunziger Jahre, blieben die Produktionszahlen dann auch unter 100 Stück pro Jahr, um in 2001 auf 25 Stück einzubrechen.

Ob der neue Besitzer an die alten Erfolgszahlen anknüpfen kann, bleibt abzuwarten. Natürlich ist da Skepsis angebracht, da die Verkaufszahlen für einmotorige Flugzeuge in den letzten Jahren weltweit auf niedrigem Niveau verharrten und eine Belebung nicht recht erkennbar ist. Aber die Mooney-Produktionsstatistik zeigt auch, wie schnell sich in der Vergangenheit diese Situation geändert hat und wie dramatisch die Produktionszahlen mit der Präsentation eines erfolgreichen Modells angestiegen sind. Daraus sollen keine Prognosen abgeleitet werden; aber wenn diese Zahlen stimmen, müsste man mit der verbreiteten Meinung aufräumen, die sechziger und siebziger Jahre seien für die allgemeine Luftfahrt goldene Jahre gewesen. Das stimmt für Mooney jedenfalls so nicht.

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Betrachtet man die Gesamtproduktion nach Typen, so sieht man, dass die "Ranger" M20C Mooneys Verkaufshit war. Mit 2.199 Stück wurde dieses Muster sogar mehr verkauft als die 201 mit 2078 Stück. Danach folgt die M20f mit 1.246 Stück, gefolgt von der 231 mit 1.117 Stück. Die übrigen Muster blieben jeweils unter 1.000 Stück Gesamtproduktion. Damit ergibt sich auch, dass die "pre 201" Muster insgesamt mehr hergestellt wurden, als die späteren Erfolgsträger der Serien 201, 231, 252 die uns heute als klassische Mooneys im Gedächtnis sind.


Mooneys heute

Wie viel Mooneys von den insgesamt 9.620 produzierten Mooneys weltweit übrig geblieben sind, weiß wohl keiner. Als Mooney im letzten Jahr Insolvenz anmeldete, war in den amerikanischen Foren von einer Flotte von 5.000 - 6.000 Mooneys die Rede, für die weiter Ersatzteile benötigt werden. Gesicherte Zahlen sind das jedoch nicht und es ist auch nicht klar, ob damit nur die amerikanische Flotte gemeint ist, oder die Flotte weltweit. Andrew Czernek hat mir geschrieben, dass man als beste Daumenregel von einem jährlichen Schwund von 1% pro Jahr ausgehen sollte. Nach dieser Rechnung müssten noch 6.900 Mooneys weltweit in Betrieb sein. Ob dies eine richtige Schätzung ist, vermag ich nicht zu beurteilen und ich bin für jeden Hinweis dankbar, der diese Zahlen verifiziert oder korrigieren lässt.

Aber wie ist die Situation in Deutschland und Europa? Nach den mir zur Verfügung stehenden Zahlen, waren beim Luftfahrtbundesamt 1997 insgesamt 240 Mooneys registriert. Dazu kommen noch die Mooneys, die in Deutschland stationiert sind, aber in USA offiziell registriert sind. Damit dürften im Saldo heute etwa 250 Mooneys in Deutschland fliegen. Gemessen an der in der mooney.de bisher registrierten Flugzeuge ist dies eine für mich überraschend große Zahl. Das bedeutet auch, dass wir noch eine Menge Arbeit vor uns haben, die deutschen Mooney-Besitzer im Forum zusammen zu bekommen und ich bitte noch einmal alle Leser dieser Seite, Freunde und Bekannte, die eine Mooney haben, auf diese Seite aufmerksam zu machen. Ich würde mich sehr freuen, wenn die Mehrheit der D-registrierten Mooneys in diesem Portal verzeichnet und mit Bild zu bewundern ist. Erst werden wir eine genügend große Zahl erreicht haben, die sich an diesem Portal beteiligt, wird dieses Internet Portal selbsttragend und ein selbstverständliches Informationsmedium für alle Mooney Besitzer.

Aber betrachten wir die Verteilung der D-Mooneys:

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Wie man sieht, entfallen zwei Drittel auf die Baureihen M20J und M20K, weitere 10% auf die Baureihen M20L bis M20S und lediglich ein Viertel (50 Mooneys) entstammen den Baureihen M20A bis M20F. Diese Mooney Besitzer scheinen jedoch sehr engagierte Mooniacs zu sein - wenn man die Präsenz in diesem Portal zugrunde legt.

Vergleicht man die Zahl der Mooneys mit der Gesamtzahl der in Deutschland registrierten E-Klasse Flugzeugen, so sind Mooneys eine Minderheit. Im Jahre 1997 waren nach meinen Daten 7.224 einmotorige Flugzeuge in der E-Klasse zugelassen. Danach würden die Mooneys nur 3,3% der Einmots ausmachen. Das ist sehr viel weniger als die 2.491 zugelassenen Cessnas in oder die 1.447 einmotorigen Piper in Deutschland und es ist auch weniger als die 425 zugelassenen Piper Arrows und immerhin 275 Bonanzas in Deutschland. Aber das ist jedem Mooney Flieger ja bewusst, dass er kein Allerweltsflugzeug fliegt, sondern ein Exemplar einer besonderen Rasse. Genau dies ist ja auch der Grund, warum ich den Informationsaustausch über dieses Portal fördern möchte: Damit man Erfahrungen austauschen kann, Tipps geben kann und den Erhalt der Mooney Flotte festigen kann.


Wie sieht es nun bei unseren europäischen Nachbarn aus? Auch hier habe ich versucht, zugängliche Zahlen zusammen zu tragen und bin auf folgendes Ergebnis gekommen:

 

D

CH

GB

NL

A

LUX

N

IRL

M 20A

3

2

1

 

 

 

 

 

M 20B

 

1

1

 

 

 

 

 

M 20C

8

5

5

 

 

 

1

2

M 20D

1

 

 

 

 

 

 

 

M 20E

15

8

4

 

 

 

 

 

M 20F

23

7

3

 

 

 

 

 

M 20G

2

 

 

 

 

 

 

 

M 20J

97

27

17

3

3

 

1

 

M 20K

61

18

10

5

2

2

 

 

M 20L

1

1

 

 

 

 

 

 

M 20M

24

5

1

1

2

 

 

 

M 20R

5

2

1

 

 

2

 

 

M 20S

 

1

 

 

 

 

 

 

M 22

 

3

 

 

 

 

 

 

 

240

80

43

9

7

4

2

2

Daraus ergibt sich, dass die Schweizer über eine Mooney Flotte von 80 Flugzeugen verfügen, die fast alle Baureihen umfasst. Selbst von der seltenen M22 mit Druckkabine, von denen nur 33 Exemplare hergestellt wurden, fliegen 3 Flugzeuge mit HB-Kennzeichen. Grund genug, auch die Schweizer nach Möglichkeit einzubeziehen und auf ein Fly-in zu hoffen, bei dem auch eine M22 zu sehen sein wird. Bei unseren englischen Nachbarn habe ich 43 Mooneys gefunden, die dort registriert sind. Auch diese Flotte umfasst eine breite Palette von Baureihen. Auch dies gibt Anlass zur Hoffnung, einen englischen Club von Mooniacs zu finden, die uns mal zum Fly-In einladen. Et vice versa.

Deutlich geringer vertreten sind Mooneys bei unseren "kleinen" Nachbarn Holland, Österreich, Luxemburg, Norwegen und Irland. Hier sind Mooneys offensichtlich eher Raritäten. Damit habe ich in Europa 387 Mooneys zusammen gezählt. Nicht eingeschlossen sind Mooneys in Frankreich und südeuropäischen EU-Staaten, sowie Dänemark, Schweden und Finnland - da ich darüber keine Informationen gefunden habe. Für Finnland habe ich zwar ein Register gefunden, das jedoch in finnischer Sprache abgefasst ist, aber nach meiner Durchsicht auch keine Mooney enthält. Könnte es sein, dass die technologiebewussten Finnen von diesem Flugzeug keine Ahnung haben?

Wie dem auch sei: Es gibt in Europa genug Mooneys um sich wechselseitig einzuladen, um Erfahrungen auszutauschen, Fly-Ins zu organisieren, Versorgungsquellen für Ersatzteile zu erschließen und ein Forum zu betreiben, das interessant ist. Wir müssen es nur tun.

Auf dem Weg dahin, sind wir für jede Hilfe dankbar!


Mit herzlichen Fliegergrüßen

Euer
Bernd Hamacher

d-ehhl@mooney.de

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