Wer letzten Freitag auf der Terrasse des Flugplatzes Schönhagen bei Berlin saß, wird sich gewundert haben, dass in dichter Folge Mooneys einschwebten und sich auf dem Abstellgelände nebeneinander aufreihten. Um kaum einer hätte es einem geglaubt, wenn man ihm gesagt hätte, dass diese Besatzungen dieser Mooneys alle gekommen sind, um an einem Seminar über Flugzeugwartung teilzunehmen. Ja so sind Mooniacs eben! Es geht ihnen eben nicht nur um Spaßfliegerei, sondern sie wollen auch ihr Gerät auch gründlich kennen – und dazu gehört eben auch, dass man weiß, worauf es bei der Wartung ihrer Flugzeuge ankommt. Aber es war natürlich auch attraktiv: Denn kein Geringerer als MAPA Wartungspapst Jerry Manthey war für das Wochenende aus den USA für das Seminar angereist, um dazustellen, worauf es bei den einzelnen Typen bei der Wartung ankommt.
Und er machte dies mit der Gelassenheit und Professionalität eines Amerikaners. Wer glaubte, dass dieser ältere Herr, der Freitagnachmittag mit einem „german Beer“ in der Hand zwischen Mooniacs stand, es gemächlich angehen lassen würde, irrte. Bei genauerem Hinsehen konnte man sehen, wie er ganz selbstverständlich von Besatzung zu Besatzung wanderte, um sich aufzuschlauen, wer welchen Typ fliegt und was er von dem Wochenende erwartete. Danach zog der ganze Tross zu den Flugzeugen und Jerry inspizierte Mooney für Mooney, prüfte das Spiel des Tails, erläuterte wie man die Balance um die Längsachse einstellt und beantwortete geduldig Frage für Frage. Es sah fast aus wie ein Chefarzt bei der Visite. Danach ging es gemeinsam zum Abendessen ins Bistro, wo man Erfahrungen austauschte und sich kennen lernte. Denn bei unseren Mooney-Treffen, wird es zur schönen Tradition, dass man alte Bekannte trifft, aber immer wieder neue Mooniacs dazu stoßen, die die Gruppe beleben und sich mühelos einfügen. Diesmal waren die Mooniacs auch wirklich international anwesend: Neben deutschen Besatzungen, gab es Besatzungen aus der Schweiz, Österreich, Ungarn, Spanien, Frankreich, Holland und England. So einen hohen Grad an Internationalität hatten wir bisher noch nie!
Am Samstagmorgen gings früh los. Um 7:00 Uhr war Frühstück angesagt und um 09:00 startete dann das Seminar. Jerry hatte für jeden Teilnehmer ein Handout vorbereitet und es wurde Kapitel für Kapitel ein umfangreicher Stoff durchgearbeitet. Am Nachmittag ging es dann in die Werfthalle der DLE in der Herr Eberle 3 Mooneys vorbereitet hatte und Jerry erklärte dann in der Praxis, was er vorher in der Theorie vermittelt hatte. Es war ein köstlicher Anblick: Da lagen Trauben von jüngeren und älteren Mooniacs unter den Mooneys und lauschten Jerrys Erläuterungen, auf welche Bolzen und Schmiernippel man achten sollte. Jerry Manthey war sich dabei nicht zu schade, mit seinen 75 Jahren auf dem Rücken unter Mooneys zu liegen und mit Schraubenzieher und Taschenlampe auf neuralgische Punkte unserer Vögel aufmerksam zu machen. Diese Kondition und dieses Engagement waren schlicht bewundernswert. Denn auch danach stand er für Einzelfragen zur Verfügung und inspizierte Motoren und Fahrwerke weiterer Mooneys. Schließlich ging es dann wieder gemeinsam zum Abendbüffet, zu dem RAS Freibier spendiert hatte und ein Schnupperflug auf dem Demonstrator der RAS sowie ein Headset von Skyfox verlost wurde. Es wurde gesellig, aber man ging auch früh ins Bett; denn schließlich wartete noch ein weiterer Seminartag.
Am Sonntag ging es dann wieder um 9:00 Uhr los. Diesmal waren die Turbo-Mooneys in Theorie angesagt. Auch hier erläuterte Jerry seinen umfangreichen Stoff bis zur Mittagspause, zu der Heinrich Gerresheim ein köstliches Büffet auf dem Rasen aufgebaut hatte. Danke Heinrich für diese spontane und großzügige Geste!
Auch am Sonntag ging es am Nachmittag mit praktischen Übungen und Erklärungen am Flugzeug weiter, bis alle Fragen beantwortet waren. Danach war Abreise angesagt. Einige Mooneys, die noch eine weitere Strecke vor sich hatten, waren schon etwas früher abgereist, aber fällt schon auf, wenn 28 Mooneys nacheinander von einem Verkehrsflugplatz abfliegen. Auch ich hob dann am frühen Abend Richtung Bremen ab, um bei wunderschönem Flugwetter nach etwas mehr als einer Stunde zu anzukommen. Es war mal wieder ein schönes und diesmal auch lehrreiches Mooney-Treffen.
Danken möchte ich an dieser Stelle Jerry Manthey für seinen Einsatz, Pit Odenthal und meinem Sohn Thomas für die Vorbereitung und Organisation aber auch Olaf von Chamier von der RAS, Herrn Eberle von der DLE und der Mannschaft am Flugplatz Schönhagen für die Unterstützung. Ihr zusammen habt es geschafft, aus diesem Mooney-Treffen wieder ein rundes Erlebnis zu machen.
Dafür herzlichen Dank im Namen aller Mooniacs!
Herzliche Fliegergrüße
Bernd Hamacher
Weitere Bilder findet ihr in der Galerie.
Und wer sich darüber informieren möchte, was wer so alles an der Mooney herumschrauben darf, der kann sich den Flyer vom LBA herunterladen, den Pit Odenthal zugeschickt hat. |