Was ist ein P-LEAD Check? |
Hallo Mooniacs, in der letzten Umfrage haben wir Euch gefragt, wie häufig Ihr einen P-LEAD Check beim Abstellen des Motors macht. Erstaunlicher Weise haben über 50% der teilgenommenen Mooniacs angegeben, daß Sie nicht wissen, was ein P-LEAD Check ist. Ich gebe zu, daß dieser Ausdruck nicht zu den gängigsten Ausdrücken gehört, dennoch wollen wir hier alle über das Geheimnis des P-LEAD Checks aufklären. Vielleicht erinnern sich einige und kannten dieses Prozedere nur noch nicht unter dem Ausdruck P-LEAD Check. Das P-LEAD bezeichnet das Kabel, welches von den Magneten zum Ignition-Switch führt. Das "P" steht dabei für "Primary" und es handelt sich um ein abgeschirmtes Kabel, um nicht mit der Avionik in Konflikt zu kommen. Sobald der Ignition-Switch auf die "Off"-Position gestellt wird, stellt das P-LEAD Kabel eine Masse-Verbindung her, sodaß die Magnete nicht mehr zünden können und sozusagen abgeschaltet sind. Es kommt jedoch immer wieder vor, daß diese Kabel beschädigt sind oder die Verbindung nicht mehr einwandfrei funktioniert. Sei es nun, daß sich die Kabel durch die heftigen Einflüsse der Motor-Vibrationen gelöst haben, oder auch an einer scharfen Ecke "anschubbern" und damit durchtrennt werden. Das fatale an dieser Situation ist, daß im Falle einer unterbrochenen Verbindung die Mangeten "scharf" sind. D.h. daß durch ungünstige Umstände schon beim Durchdrehen des Propellers (z.B. um das Flugzeug in den Hangar zu ziehen) eine Zündung erfolgen kann. Dies kann zu schweren Verletzungen oder Schäden am Flugzeug führen. Um dies zu verhindern ist es ratsam, diese wichtige Verbindung immer wieder zu überprüfen. Dazu muss man jedoch nicht umständlich nach jedem Flug die Cowling öffnen und das Kabel durch den gesamten Motorraum verfolgen. Eine sehr einfache Methode ist es, vor dem Engine-Shutdown den Ignition-Switch kurzzeitig auf "Off" zu stellen (ca 2-3 Sekunden). Wenn beide Kabel intakt sind, müsste sich nun die Propellerdrehzahl hörbar und sichtbar reduzieren. Sofern einer der beiden Kabel nicht intakt ist, würde der Motor weiter auf einem Magneten laufen und sich bei einer etwas niedrigeren Drehzahl stabilisieren. Das wäre sehr ungünstig und der Pilot sollte sofort nach der Ursache suchen. Nach diesem Check, kann der Motor ganz herkömmlich abgestellt werden und - im Falle einer korrekten Funktion - kann der Propeller guten Gewissens zum ziehen des Flugzeuges in die gewünschte Position gedreht werden. Wobei dennoch bei jeder manuellen Drehung des Propellers eine gewisse Vorsicht geboten bleiben sollte. |