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Pilot und Flugzeug Amerika Tour 2009
von und mit Birgit Vogelbruch und Rainer Hutz
Hintergrund:
Auf der diesjährigen Tour von Pilot und Flugzeug durch Nordamerika sind gleich 3 EMPOA-Mitglieder mit von der Partie. Wenn man genauer hinschaut, ist die EMPOA sogar höchstrangig mit dem Großteil des Vorstandes vertreten. Unser Finanzvorstand - bestehend aus Birgit Vogelbruch und Rainer Hutz - und unser 2. Vorsitzender Egon Steiner wagen sich auf die Tour über den Nordatlantik. Egon, der bereits mehrfach mit seiner Mooney 252 im Norden und im Süden über den Atlantik geflogen ist, ist diesmal zwar mit einer Malibu JetProp mit dabei, aber Birgit und Rainer beweisen mit Ihrer Mooney Ovation (D-EXXM) wieder einmal, wozu unsere Mooneys in der Lage sind und was für spannende Touren man mit diesen tollen Flugzeugen erleben kann.
Rainer und Birgit werden auf Ihrer eigenen Hompage www.mooneyfly.com ausführlich über Ihre Reise berichten. Wir möchten es uns jedoch nicht nehmen lassen, die spannensten Highlights ihrer Reise auch hier auf www.mooney.de zu veröffentlichen und unsere lieben EMPOA Mooniacs somit ein Stück auf ihrer Reise zu begleiten.
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Am 18.7.2009 geht es nach Oshkosh, dem größten Fliegertreffen der Welt. Das liegt in den USA in der Nähe von Chicago. Wir fliegen mit unserer Mooney über Schottland, Island, Grönland, Kanada in die USA. Und natürlich wieder zurück.

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Auf der Rückseite einer gewaltigen Kaltfront fliegen wir am Freitag Abend bis nach Norwich in England. Ein Weiterflug bis Nordschottland (Wick) ist nicht möglich. Aber wir sind froh einen so problemlosen Flug trotz dieser Großwetterlage gehabt zu haben. Ein schöner Anflug in IMC und kräftigem Seitenwind waren eine schöne Herausforderung für diesen Tag, den wir mit einem guten Essen beendet haben. Morgen früh fliegen wir dann weiter nach Wick. |
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Schottland empfängt uns mit typischem Wetter, meist in IMC fliegen wir Richtung Wick. ATC informiert uns über Funk, dass eine Landung wegen Nebels nicht möglich sei. So weichen wir nach Aberdeen aus. Zum Sonderpreis von über 200€ darf man da Landen!!!! Dort treffen wir vier andere Crews unserer Reise. Nach einigem Warten verbessert sich die Wettersituation leicht und wir starten nach Wick. Was sich in Schottland halt so Wetterverbesserung nennt. Scottish VFR ;-) . In 1000 Fuß übers Wasser hat auch was.
Jetzt sind wir in Wick und bereiten uns auf die längste Wasserstrecke der Reise vor, rund 1250 km. |
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Vor dem Start zu dieser langen Wasserstrecke ueber den kalten Nordatlantik heisst es Ueberlebensanzuege anziehen, Rettungswesten und Rettungsinsel griffbereit legen. Um 9 Uhr schottischer Zeit starten wir als erste Maschine in Wick. Aufgrund kompakter Bewoelkung und 0°-Grenze in 9000 ft haben wir FL 080 im Flugplan aufgegeben. Schon bei 1500 ft sind wir in Wolken und bleiben dies auch fuer den Rest der Strecke, so dass wir von dem vielen Wasser unter uns fast nichts zu sehen bekommen. Die Turbos fliegen ueber uns, dafuer fliegen wir in 8000 ft zwar teilweise mit leichten Turbulenzen aber frei von Eis und mit Rueckenwind. Sobald wir Island erreichen klart es auf, und wir haben Blick auf eine beeindruckende Landschaft mit Gletschern, Seen und schwarz-gruenem Boden. Nach 3:40 Stunden und ca. 1200 km landen wir in Reykjavik, frueher als geplant. |
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Eisberg in Sicht - aber wir sind ja nicht auf der Titanic sondern fliegen mit der Mooney. Um 10 Uhr starten wir in Reykjavik (Island) nach Kulusuk (Grönland), schon ca. 300 km vor Grönland sieht man die Ostküste von Grönland und vereinzelte Eisberge. Näher zur Küste hin werden es immer mehr Eisberge und dahinter schneebedeckte Berge - eine fantastische Kulisse. Dank Rückenwind erreichen wir in nur 2:12 Stunden Kulusuk. Nach einem steilen Abstieg aus FL 100 fliegen wir zwischen schneebedeckten Bergen über kleinen Eisbergen und Eisschollen auf die Runway 11 von Kulusuk und landen hier auf einer Schotterpiste - der irrste Anflug den wir je gemacht haben. Der Blick auf das blaue Meer, die vielen Eisberge und die Berge Grönlands ist überwältigend. Und schon wieder sind wir eine Zeitzone weiter. Nach einem Spaziergang fliegen wir weiter nach Nuuk an der Westküste Grönlands über das Eiskapp. Wir müssen hoch und höher steigen, da wir in Wolken kommen und Eis ansetzen. In FL 170 fliegen wir zwischen den Wolkenschichten. Nach ca. 2 Stunden Flugzeit verschwimmt die Wolkendecke unter uns mit dem ewigen Eis bis wir nur noch Eis und Gletscher sehen. Weiter vorne kommen wieder Berge und Wasser in Sicht. Wir sinken und fliegen durch eine fantastische Fjordlandschaft Richtung Nuuk, wo wir nach 2:42 Stunden landen. Das waren zwei beeindruckende und einmalige Flüge. Bei einem guten Essen und Rotwein lassen wir den Abend dieses herrlichen Tages ausklingen. Morgen ist Flugpause und wir planen eine Bootstour.
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Heute ist Flugpause. Wir fahren zu viert mit einem Führer auf einem Boot in den Nuukfjord und erkunden Grönland vom Wasser aus bei herrlicher Sonne und kaltem Wind. Das Wasser hat 1-2° C und ist ca. 700 m tief. Immer wieder begegnen uns vom Eiskapp abgelöste kleine Eisberge. Auf der einen Seite des Fjords sind höhere Berge mit schneebedeckten Gipfeln, Gletschern und Wasserfällen, auf der anderen Seite niedrigere runde Berge und Hügel. Ein schöner Bootsausflug in einmaliger Natur.
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Wir haben den Atlantik überquert! Nachdem sich der Nebel aufgelöst hat, starten wir gegen Mittag in Nuuk Richtung Westen raus auf den Atlantik. Wir werfen noch einen letzten Blick in den Fjord und fliegen dann über einer geschlossenen Wolkendecke in FL 110. Nach einiger Zeit lösen sich die Wolken auf, und wir sehen den dunkelblauen Atlantik übersät von Millionen von kleinen und großen Eisbergen - ein fantastisches Bild. Nach ca. 2 Stunden Flug tauchen die Berge der Ostküste Kanadas auf. Als wir das Festland erreichen, fliegen wir über eine einmalige Gletscherlandschaft in abgerundeten braunen Bergen, dazwischen kleine Seen und Flüsse. Rechts entlang läuft die Bucht von Frobisher. Als wir uns im Funk bei Montreal Radar melden, fragt uns die Controllerin ob wir alle zu der Gruppe der vielen Flugzeuge aus Deutschland gehören. Deutsche Flugzeuge verirren sich wohl nicht oft in diese Gegend.
Nach 2:53 Stunden landen wir in Iqaluit oder auch Frobisher Bay in Kanada. Und wir sind auf einem anderen Kontinent, wir sind in Nordamerika und haben mit unserer Mooney den Atlantik überquert. Ein Grund zum Feiern!
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Heute stehen 1100 NM (über 2000 km) Flugstrecke auf dem Programm. Wir starten schon früh morgens in Iqaluit und fliegen in FL 100 das erste Leg bis Wabush in 3:45 Stunden. Unter uns die unendliche Weite Nordkanadas. Wir sehen Buchten, braun-grüne Erde und zwischendrin immer wieder Wasser. Die Landschaft sieht wunderschön aus von oben. Wir hören Musik und genießen den Ausblick. Es ist immer wieder überwältigend die Schönheit der Erde aus dieser Perspektive zu sehen.
Nach einem kurzen Tankstopp in Wabush geht es weiter nach Montreal (Flughafen St. Hubert). Aufgrund hoher Cumulusbewölkung müssen wir in FL 160 fliegen. Zum ersten Mal haben wir jetzt Gegenwind und brauchen für dieses Leg 3:26 Stunden. Die Landschaft ist grün und blau und grün und... so spielen wir mit unseren iPhones Risiko oder landen Flugzeuge :-) . Es gibt sonst fast nichts zu tun, der Motor schnurrt wie ein zufriedener Kater neben dem Ofen.
Angekommen in Montreal sind wir zurück in der Zivilisation. Jetzt genießen wir erstmal den Luxus des Hotels Le Crystal und schauen uns morgen Montreal zu Fuß an. |
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Heute ist flugfrei, wir schlafen lange, Rainer telefoniert mit Michael, und jetzt machen wir die Stadt unsicher.... |
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Das Wetter für die geplante Flugroute verheißt nichts Gutes: Gewitter und Regen. Nach Erledigung der eAPIS-Einreiseformalitäten für die USA starten wir um 12 Uhr lokal Richtung Westen. Nach einiger Zeit sehen wir schon die ersten CBs und steigen auf FL 180. Lange sind wir über den Wolken, nur irgendwann müssen wir durch die Front, schalten unsere Enteisungsanlage ein und fliegen ein. Das Stormscope zeigt viele Entladungen. Wir haben gesagt bekommen, wenn wir uns nördlich halten, kämen wir einigermaßen gut durch die Front. Nur dem ist leider nicht so, Eis setzt an, aber die Enteisungsanlage schafft das gut weg, es schüttelt, Rainer sieht 2 Blitze, bis uns der Controller sagt, wir seien in einer Zelle und mit Heading 30° nach rechts fliegen wir raus. Wir bleiben in IMC, aber es wir ruhiger und wir können wieder auf Kurs gehen. Nach 3:24 Stunden landen wir in Sault St. Marie, Flugplatz Sanderson Field, wo uns die amerikanischen Grenzbeamten in Empfang nehmen. Die Einreiseformalitäten gehen schnell und unkompliziert. Nach einer Stunde starten wir bei Regen zu dem kurzen Flug (ca. 30 NM) nach Mackinac Island. Jetzt können wir "frei" fliegen, und hier begrüßt uns schöneres Wetter, wir sehen den See und die schöne Küste, schauen die kleine Insel auf dem Lake Michigan aus der Luft an und landen schließlich. Wir satteln von 280 PS der Mooney auf 2 PS der Pferdekutsche um, die uns zum Grand Hotel bringt. Mackinac Island ist autofrei.
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Ausschlafen und ausspannen auf der Insel. Nur das Hotel ist etwas steif - ab 18 Uhr abends herrscht Krawattenzwang.
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Um nicht zu viel Gedränge im Anflug auf Oshkosh zu erleben starten wir schon um 7:20 Uhr in Mackinac Island. Bei klarem Wetter erleben wir einen schönen Flug über den Lake Michigan. Der Anflug auf Oshkosh ist unkompliziert, das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Als erste der Gruppe landen wir in Oshkosh auf der Runway 27, die andere Mooney landet als zweite. Wir bekommen gleich unseren Campground zugewiesen und schlagen unser Zelt direkt neben der Mooney auf. Wir werden von Offiziellen der EAA und sehr netten Einweisern in deutsch empfangen. Die Piloten, die neben uns parken und zelten, bewundern unsere weite Anreise. Vor allem einige deutsche Auswanderer interessieren sich sehr für unseren Antlantikflug und heissen uns sehr willkomen. Am Ende des Tages haben wir einige Male über unsere Reise berichtet. Den anderen Crews ging es nicht anders. Nach einem Spaziergang über das Airshowgelände fängt es an zu gewittern und zu regnen. Birgit wollte schon immer mit Rainer bei Regen im Zelt liegen :-). Aufgrund des Gewitters fällt leider die Flugshow aus. Aber morgen ist wieder eine Airshow. |
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Morgens weckt uns die Sonne im Zelt. Heute hält das Wetter, und wir können die Airshow sehen. Wir erkunden die Luftfahrtmesse auf dem Airshowgelände und bewundern die vielen schönen Flugzeuge, die hier ausgestellt sind. Flugzeuge über Flugzeuge, alte und neue, große und kleine. Am frühen Nachmittag dreht der Airbus 380 Kreise über dem Fugplatzgelände und macht eine kurze Landung auf der Runway 36. Dann startet die Flugshow: Kunstflug, Formationsflüge mit T6, mit Mustangs und mit anderen schnellen Flugzeugen. Wir haben noch nie so große Formationen und so viele Flieger gleichzeitig am Himmel gesehen. Wir filmen und fotografieren und staunen.
Da Birgit die Campingeinrichtungen mit den schlechten sanitären Bedingungen in Oshkosh zu rustikal sind, verkürzen wir unseren Aufenthalt dort und fliegen schon am Abend weiter nach Chicago zum Executive Airport. Nach einer Stunde sind wir da, nur haben wir zweimal Flieger vor uns die nicht richtig landen, so dass wir zweimal einen Go-around machen müssen. Dafür haben wir beim Kreisen einen tollen Sonnenuntergang und den Blick auf die nächtliche Skyline von Chicago.
Nach dem sehr rustikalen Camping in Oshkosh genießen wir das Hotel Peninsula in Chicago umso mehr. |
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Wir verbringen den Tag in Chicago bei blauem Himmel und Sonnenschein. Bei einer Bootstour entlang des Chicago Rivers und raus auf den See haben wir die schönsten Blicke auf die verschiedenen Türme mit viel Geschichte. Besonders gut gefallen Rainer die Marina Towers, unten steht das Boot, darüber parkt man sein Auto und oben wohnt man. Die Lage ist genial, denn in kurzer Zeit ist man draußen auf dem Lake Michigan, einem herrlichen Revier für Bootsfahrer. Nach kurzer Shoppingtour fahren wir in den 96. Stock des Hancock Towers und genießen den Blick von oben bei einem guten Drink. Am Abend gehen wir mit 3 anderen Crews zum Abendessen ins Fulton´s an der Riverside, und hier gibt es Alaska King Crabs. |
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Ein 1240 km langer Flug nach Osten durch die USA steht für heute auf dem Programm. Wir fliegen von Chicago quer über den Lake Michigan, vorbei an Detroit, durch Ohio bis an die Ostküste in FL 130. Südlich von New York erreichen wir den Atlantik und fliegen die Küste entlang bis Farmingdale, Republik Field auf Long Island. Der Flug dauert bei Rückenwind 3:48 Stunden. Wir fliegen direkt über den JF Kennedy Airport und sehen unter uns die "Großen" starten und landen. Leider ist es zu dunstig, um in der Ferne die Skyline Manhattans zu sehen. Es ist schon ein tolles Erlebnis New York mit dem eigenen Flieger anzufliegen.
Die Mooney kommt hier zum Mechaniker zur 50-Stunden-Kontrolle. Wir fahren von Farmindale mit dem Zug bis zur Penn Station nach Manhattan. Wir wohnen hier im Four Seasons Hotel und stellen fest, dass unser Lieblingsrestaurant Tao direkt nebenan ist. |
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Ein Stadtbummel und das MOMA - Museum of Modern Art sind für heute geplant. Nach einiger Zeit landen wir bei Armani, sehen viele schöne Sachen zum Anprobieren und werden auch fündig. Vor dem MOMA muß man eine Stunde Schlange stehen, da es gerade anfängt zu regnen, nehmen wir davon Abstand. Wir kommen bestimmt wieder nach New York. Für heute Abend haben wir zusammen mit Egon im Tao reserviert und freuen uns schon sehr. |
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Die Hudson River Tour ist ein Highlight unserer Reise. Wie für uns gemacht strahlt die Sonne bei tiefblauem Himmel für unseren Flug entlang des Hudson River. Wir starten in Farmindale und fliegen die Küste entlang in 500 ft vorbei am Kennedy Airport bis wir südlich von Manhattan sind. Zum Überfliegen der Verrazano Bridge müssen wir auf 1100 ft steigen und haben von hier einen super Blick auf die Südspitze Manhattans. Wir sinken auf 800 ft und fliegen mit 90 kt über den Hudson River, östlich liegt Manhattan, westlich New Jersey. Jetzt heißt es gut rauschauen und auf Hubschrauber und Flugzeuge achten und regelmäßig Positionsmeldungen abgeben. Hier herrscht sehr viel Verkehr aus allen Richtungen. (In Deutschland wäre ein solcher Flug undenkbar.) Wir fliegen zur Freiheitsstatue, umkreisen diese im Gegenuhrzeigersinn und melden "Mooney circling around the Lady in 700 ft". Weiter gehts Richtung Norden und möglichst weit rechts halten mit Blick auf die spektakuläre Kulisse Manhattans. Eine fantastische Aussicht - einfach irre! Wir fliegen weiter über die George Washington Bridge und dürfen erst ab der Tappan Zee Bridge steigen.
Wir verlassen New York nach Norden, fliegen nach einer Stunde über die Adirondacks - uns kommt es fast vor wie der Schwarzwald - und landen nach 1:46 Stunden in Lake Placid. Lake Placid ist bekannt durch die Winterolympiade, ein netter Bergort an einem See. |
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Relaxen vor dem großen Rückflug.
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In einer guten Stunde fliegen wir über die Berge von Lake Placid nach Québec in Kanada. Nach dem Einchecken im Hotel Chateau Bonne Entente verbringen wir bei Sonnenschein den Nachmittag in der Altstadt Québecs - oder sind wir nicht doch in Frankreich? Mit einem Abendessen im Garten des Hotels lassen wir den Tag ausklingen. |
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Es geht wieder zurück. Heute fliegen wir Richtung Norden, zuerst von Québec nach Wabush, wo wir auftanken und dann weiter nach Iqaluit (Frobisher Bay) im hohen Norden von Kanada. Das erste Leg mit ca. 3 Stunden fliegen wir in 9000 ft mal in und mal über den Wolken. In Wabush beschreibt uns der Wettermann für die Strecke bis Iqaluit das Wetter als "nice IFR". Die meiste Zeit sind wir in 15000 ft über den Wolken bei viel Sonnenschein. Wir tragen für diesen Flug wieder unsere Rettungsanzüge, weil es weiter nördlich über lange Wasserstrecken mit eiskaltem Wasser geht. In Iqaluit herrschen keine netten IFR-Bedingungen, sondern eine geschlossene Wolkendecke mit Untergrenzen am Minimum und schlechten Sichten. Der Controller ist mit mehreren anfliegenden Flugzeugen überfordert und reiht uns nicht gut aufs ILS ein. Mehrere Maschinen so auch wir müssen durchstarten und nochmal eine große Runde drehen. Nach 4:43 Stunden Flug und einer Landung bei marginalen Wetterverhältnissen sind wir froh wieder am Boden zu sein. Hier ist der Sommer vorbei, es hat nur noch 6° C.
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Das Wetter in Iqaluit sieht etwas freundlicher aus als gestern, aber in Nuuk sind tiefe Wolken und schlechte Sichten angesagt. Spontan entscheiden wir uns zum ca. 150 km nördlich von Nuuk gelegenen Flugplatz Sondre Stromfjord zu fliegen. Wir haben Gegenwind. Ob wir heute noch über Grönland kommen, ist ungewiß, auch empfiehlt es sich vor der nächsten Atlantikstrecke nochmal zu tanken. Auf der Ostküste Grönlands gibt es nur Kulusuk, und hier muß man ab 16.45 Uhr Lokalzeit 500 € Landegebühr zahlen. Die Uhrzeit spricht gegen uns, denn von Kanada bis Grönland verlieren wir durch die Zeitverschiebung 2 Stunden. Nach 1,5 Stunden Flugzeit erhalten wir ein neues Wetter von Nuuk, die Sichten haben sich verbessert, und wir entschließen uns nach Nuuk zu fliegen. Wir erfragen ein Rerouting und ändern unseren Kurs. Nach 3 Stunden landen wir in Nuuk. Wir entscheiden uns morgen weiterzufliegen. Der Gegenwind soll für morgen schwächer werden, aber wer weiß wie sich die Wolken über dem Eiskapp entwickeln. Hier sind wir erstmal gut untergebracht im Hotel Hans Egede mit gutem Restaurant. Und morgen sehen wir weiter.
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Am Morgen ist der Nebel in Nuuk weg, und die Sonne scheint bei tiefblauem Himmel. Wir starten mittags Richtung Osten ueber das Eiskapp und steigen auf 9000 ft, unter uns herrliche Fjorde, und dann beginnt das ewige Eis. Es ist so klar, dass wir die gerillte Oberflaeche des Eises und einzelne Gletscherseen sehen koennen. Nach 1,5 Stunden fangen die Wolken an, und wir muessen auf 14000 ft steigen. Zum Teil sind wir in den Wolken und muessen die Enteisungsanlage laufen lassen. Nach Erreichen der Kueste sinken wir ueber dem Wasser auf 4000 ft und beginnen den Anflug auf Kulusuk. Nach 3 Stunden landen wir nach einem Anflug mit engen Kurven zwischen den Bergen auf der Runway 29 bzw. Schotterpiste von Kulusuk. Hier tanken wir wieder teuersten groenlaendischen Sprit, um fuer die naechste Wasserstrecke geruestet zu sein. Das aktuelle Wetter Richtung Reykjavik verheisst Gegenwind, viele Wolken mit eingelagerten CBs, Turbulenzen und Vereisung. Um unterhalb des Wetters zu bleiben, filen wir nur 5000 ft. In dieser Hoehe wird unsere IFR Clearance in VFR gewechselt. Wir fliegen die gesamte Strecke in 5500 ft ueber das Wasser und sind dabei mal in den Wolken, mal draussen und mal dazwischen, aber frei von CBs und Eis. Normalerweise hat man hier von Westen nach Osten Rueckenwind, aber wir haben ca. 20 kt Gegenwind. Gut dass wir in Kulusuk getankt haben. Nach 3 Stunden erreichen wir Reykjavik. Hier ist es schon wieder zwei Stunden spaeter.
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Heute erkunden wir die Landschaft ´mal aus einer anderen Perspektive, wir leihen uns einen Geländewagen und fahren zu den Naturerlebnissen Islands. Wir kommen in den Nationalpark Thingvellir mit dem Heißwassergebiet um den Geysir und dem Wasserfall Gullfoss. Am Geysir stehen wir vor einem dampfenden Wasserloch, das brodelt und wallt und plötzlich mit einer Riesenfontäne in die Höhe schnellt. Nach ein paar Minuten spuckt eine neue Fontäne - ein irres Naturschau-spiel. Wir fahren etwas weiter und sehen einen gewaltigen Wasserfall, zu dem wir hinlaufen, um ihn aus unmittelbarer Nähe zu erleben. Beeindruckend mit welcher Kraft und Getöse sich gewaltige Wassermassen über zwei Ebenen in die Tiefe stürzen.
Am Abend treffen sich alle Crews der Reise, die noch in Reykjavik sind - einige sind heute schon zurück nach Hause geflogen, zur Abschlußfeier im Restaurant Reykjavik. Alle sind begeistert von den vergangenen drei Wochen, und wir schmieden Pläne für die nächste Flugreise. |
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Bei Regen starten wir morgens in Reykjavik nach Südosten raus aufs Meer. Um frei von Eis zu bleiben, fliegen wir einige Zeit auf FL 70 in den Wolken, später können wir auf FL 140 steigen und sind über den Wolken. Nach 3:47 Stunden landen wir bei starkem Wind in Stornoway, einer kleinen Insel direkt vor Nordschottland. Wir tanken und weiter geht´s über die schottischen Highlands nach England. Was wir unter uns von Schottland sehen, läßt uns an eine neue Reise nach Schottland mit Besuch der Whiskeydestillen denken. Nach 2:15 Stunden erreichen wir unser Tagesziel Doncaster in England. Wir sind jetzt nur noch mit 2 Flugzeugen unterwegs, Sigrid und Oswald fliegen die gleiche Route. Wir suchen uns in der Nähe des Flughafens Doncaster ein schönes Hotel mit Restaurant und genießen den letzten Abend dieser faszinierenden Reise. |
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Ein letzter Flug liegt noch vor uns. Nach einem gemütlichen Frühstück fliegen wir 3 Stunden von Doncaster bis Egelsbach und landen hier um 16 Uhr. In insgesamt 62:30 Stunden sind wir einmal um die halbe Welt geflogen und wieder zurück. Mama und Horst und Carola und Michael warten schon auf uns. Auch Eric und Otto Max, die mit uns in Oshkosh waren und schon früher nach Hause mußten, sind aus Hof mit ihrer Mooney angeflogen gekommen. Wir freuen uns sehr über den herzlichen Empfang, stoßen an und feiern unsere Reise und unsere Rückkehr. |
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Wir sind gesund und glücklich in Egelsbach gelandet. Eine unglaublich schöne Reise ist zuende gegangen. So viele Eindrücke, so viele Erlebnisse. Es ist schön das erleben zu dürfen. Die Bilder und unsere Berichte können nur teilweise widergeben, was wir alles erlebt und empfunden haben. Man muss es gemacht haben! So ging es wohl auch anderen Crews. Manchmal blieb nach einem Flug nur ein Herausschreien der Freude, manchmal nur ein stummes Umarmen.
Diese Reise war so vielfältig. Wir wurden fliegerisch teilweise extrem gefordert, es gab Anflüge mit sehr niedrigen Minima oder auch einen Durchflug durch ein Gewitter. Aber gerade weil es nicht einfach sondern eine Herausforderung war, konnten wir diese Reise besonders geniessen.
Und es war eine wirklich klasse Truppe dabei. Viele schöne und interessante Gespräche mit noch interessanteren Menschen waren ein weiteres Highlight auf dieser Reise. An dieser Stelle einen lieben Gruß und Dank an alle Crews, und hoffentlich gibt es ein baldiges Wiedersehen. |
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